Die romantische Liebesheirat alleine garantiert leider kein dauerhaftes Eheglück. Es sollten noch weitere Faktoren hinzukommen. Die passende Partnerwahl und günstige Rahmenbedingungen für die Beziehung spielen eine wesentliche Rolle. Beides zusammen ist maßgeblich für das Gelingen einer Ehe.
Die anfängliche Idealisierung des Partners verhindert eine Überprüfung, ob man überhaupt zusammenpasst und ehe man sich versieht, hat man sich schon in einer Form aneinander gebunden, die eine Trennung erschwert. Also macht man weiter und hofft, dass es schon wieder besser wird und der Andere sich noch verändern lässt. Natürlich entwickelt man sich in einer Beziehung auch weiter. Dies wird aber durch unpassende Ausgangsbedingungen erschwert.
Die grundsätzlichen Lebensziele und Lebensstile der beiden Menschen sollten in etwa miteinander zu vereinbaren sein, ohne dass einer sich zu Gunsten des Anderen verbiegen muss. Beispiele dafür sind das Kinderthema, die Vorstellungen von Treue, die Wohnsituation, die Karriereplanung, sexuelle Vorlieben, die Freizeitgestaltung, das Nähe-Distanz-Bedürfnis, der Kontakt zur Herkunftsfamilie, die Haushaltsführung usw. Viele Paare, die sich bei mir zur Eheberatung einfinden, antworten auf meine Frage, wann ihnen erstmals diese extremen Unterschiede auffielen, sie hätten es schon am Anfang wahrgenommen, aber dem zu wenig Beachtung geschenkt. Partner müssen nicht sehr ähnlich sein, damit die Beziehung gelingt, aber gravierende Unterschiede in wesentlichen Bereichen erschweren ein gemeinsames Leben erheblich.
Ein Paar z.B. mit sehr unterschiedlichem Bildungsstand und einseitigem Desinteresse an Weiterentwicklung scheitert zwangsläufig miteinander, sobald die sexuelle Anziehung nachlässt und/oder Kindererziehung eine Rolle spielt. Manche Unterschiede dagegen lassen sich miteinander vereinbaren und führen zu mehr Flexibilität der Partner. Kommen allerdings mehrere Punkte zusammen, ist eine Beziehung nur noch anstrengend.