Die ersten Anzeichen werden oft übersehen oder mit momentanem Stress abgetan. Manchmal beginnt aber auch alles so schleichend, dass man es erst merkt, wenn man schon mitten drin steckt. Es gibt schließlich immer scheinbar dringendere Themen, um die man sich vorrangig kümmern muss. Jedenfalls schiebt man schon lange einen Berg mit Partnerschaftsproblemen vor sich her, bis man sich zwangsläufig damit beschäftigt.
Zwischendurch gibt es auch immer wieder Lichtblicke, die einen beruhigen und zweifeln lassen, ob man nicht doch vielleicht so Manches überbewertet hat. Dann passiert plötzlich ein Knall, der Beide aus der Bahn wirft und sie zur Auseinandersetzung miteinander zwingt. Jetzt ist es aber schon fast zu spät. Worauf hätten sie schon im Vorfeld reagieren sollen?
Es beginnt immer mit zu wenig Zeit zu Zweit. Die Gründe hierfür sind vielfältig und fast immer logisch zu begründen. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen ähnlich: man bezieht den Anderen zunehmend weniger in die eigenen Überlegungen ein. Alle wichtigen Themen und sogar die Freizeit werden mit Anderen abgedeckt. Gespräche miteinander flachen ab, weil die Grundlagen dafür schon fehlen. Man müsste zu weit ausholen. Deshalb bespricht man lieber hauptsächlich Organisatorisches.
Sind Beide gleichzeitig zu Hause, vermeiden sie den Kontakt mit Hilfe des Fernsehers, mit dem Computer, dem Telefon oder anderen „wichtigen“ Tätigkeiten. Trotzdem hat man noch die Illusion zu Zweit zu sein. Ins Bett geht man dann meistens getrennt, auf diese Weise entsteht auch keine körperliche Nähe. Selbst morgens hat jeder seinen eigenen Rhythmus und falls es doch zum gemeinsamen Frühstück kommt, liest mindestens Einer die Zeitung oder checkt seine E-Mails.
Streits ergeben sich entweder häufig oder nie, je nach Beziehungsstruktur. Häufig dann, wenn Einer entdeckt, wie unzufrieden er mit der Partnerschaft ist, und vieles am Anderen bemängelt. Hingegen finden in einer Ehe, die reibungslos nebeneinander verläuft, überhaupt keine Auseinandersetzungen statt. Beide Fälle sind auf Dauer unbefriedigend.
Es ist höchste Zeit eine Ehe- oder Paarberatung aufzusuchen, sobald Sie oder Ihr Partner sich anfällig für die Verlockungen durch Dritte fühlen. In diesem Fall kann man von gravierenden Defiziten in der Beziehung ausgehen. Die Faszination an bestimmten Eigenschaften, die man dieser dritten Person zuordnet, zeigt die Mängel auf, die man in der Partnerschaft erlebt. Frauen beschreiben einen Verehrer z.B. häufig als einfühlsamen Zuhörer, wenn sie sich in dieser Hinsicht von ihrem Mann vernachlässigt fühlen.