Nichts ist mehr wie es war und niemand weiß, wie es weitergehen wird. Manche Diagnose verändert plötzlich und unwiderruflich das gemeinsame Leben. Beide fallen zunächst in ein Loch und selbst der bisher Stärkere ist auf einmal hilflos. Eine chronische oder lebensbedrohliche Krankheit des Partners bedeutet in den meisten Fällen die radikaleVeränderung der bisherigen Lebensumstände. Sogar die Existenz kann auf dem Spiel stehen.
Bei einer lebensbedrohlichen Krankheit werden andere Ängste ausgelöst als bei einer schweren chronischen Erkrankung. Im ersten Fall leidet der Partner unter schweren Verlustängsten, im zweiten spielen eher die Befürchtungen eine Rolle dem nicht lebenslang gewachsen zu sein. Der Betroffene selbst ist zunächst mit seinem Körper beschäftigt und erwartet vom Partner ein hohes Maß an Unterstützung, die ihm dieser auf Grund seiner eigenen Hilflosigkeit nicht so ohne Weiteres gewähren kann. Es ist, als ob sich zwei Ertrinkende aneinander klammern. Ein stabiles Umfeld kann hier sehr viel bewirken.
Jetzt zeigt sich, wie stabil die Beziehung vor der Krankheit war, und auch die Flexibilität des Einzelnen spielt eine große Rolle. Das Gleichgewicht zwischen den Partnern verändert sich, was gerade festgefahrene Partnerschaften noch zusätzlich belastet. Auch scheinbar selbstverständliche Lebensumstände fallen weg und müssen durch etwas Anderes ersetzt werden.
Selbst bei einer schweren Krankheit ist eine erfüllte Partnerschaft möglich, allerdings nur, wenn man alle belastenden und beängstigenden Themen offen miteinander bespricht. Trotz der vielen Einschränkungen sind eigene und gemeinsame erfreuliche Aktivitäten wichtig. Auch für die Sexualität muss eine Lösung gefunden werden. Neben dem Partner braucht der Erkrankte dringend noch weitere nahestehende Bezugspersonen. Der Lebensgefährte kann nicht alles alleine auffangen.