Was dem Partner beim Sex gefällt

  • Sexualberatung, Paarberatung, Eheberatung

wissen die Wenigsten wirklich

Jeder glaubt nach einigen Jahren des Zusammenlebens die sexuellen Vorlieben des Partners zu kennen. Man hat schon so oft miteinander Sex gehabt und dabei gespürt, wie der Andere auf Dieses oder Jenes reagiert und daraus dann seine Schlüsse gezogen. Leider nicht immer die Richtigen, wie es sich in der Sexualberatung oft herausstellt. Wirkliche Gespräche darüber kommen oft leider erst im geschützten Rahmen der Paartherapie zustande. Sie sind den meisten Paaren zu peinlich.

So selbstverständlich sprechen die Paare auch bei mir nicht gleich über Sex. Viele Menschen schämen sich gerade vor dem Partner die eigenen Wünsche offenzulegen. Deshalb lasse ich jeden jeweils über die vermuteten Vorlieben seines Partners berichten. Zunächst herrscht auch hier betretenes Schweigen, wenn ich nicht detailliert einzelne Bereiche der Sexualität abfrage. Das könnte folgendermaßen aussehen:

  • Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Partner eher sanfteren oder härteren Sex favorisiert?
  • Welche Stellungen bevorzugt er (oder sie), oder lehnt er ab?
  • Gefällt ihm vielleicht ansatzweise S/M?
  • Wünscht er ein ausführliches oder kurzes Vorspiel?
  • Wie steht er zu Quickies?
  • Mag er Oralsex an sich, bei Ihnen, oder beides?
  • Gehört Analsex zu seinen Vorlieben?
  • Liebt er Sex zu Dritt oder Gruppensex?
  • Hat er homo- oder bisexuelle Tendenzen?
  • Preferiert er Rollenspiele?
  • Ist Sex-Spielzeug für ihn reizvoll?
  • Wie sieht es mit Sex an ungewöhnlichen Orten aus?
  • Welche Einstellung hat er zur Selbstbefriedigung?
  • Findet er Gefallen an Pornos?

Dieser Fragenkatalog könnte beliebig fortgesetzt werden. Auf manche Fragen wissen die Partner keine Antwort, sie stellen dann Vermutungen an. Im Anschluss daran erhalten sie von ihrem Gefährten ein Feed-back. So Mancher muss sich während des Zuhörens, welche Vorlieben er der Meinung seines Partners nach hat, mühsam zurückhalten. Er ist dann regelrecht schockiert, wie falsch er von ihm eingeschätzt wird. Diese, oft gegenseitige, Unwissenheit gibt den Paaren dann doch zu denken.

Die gemeinsame Sexualität wird durch gelegentliche Experimente belebt. Hat man allerdings überhaupt keine Ahnung, was sexuell gesehen im Anderen vorgeht, verkneift man sich einiges, aus Angst davor ihn damit zu überfordern. Daraus ergibt sich eine reduzierte Sexualität, die nach einiger Zeit immer langweiliger wird oder ganz im Sande verläuft.