Tod des Partners

  • Paarberatung, Eheberatung

The worst case

Es erscheint selbstverständlich, dass der Partner immer da ist. Man teilt so viele Erinnerungen und Lebensbereiche miteinander, erlebt Freude und Leid zusammen und Jeder übernimmt spezielle Aufgaben im gemeinsamen Leben. Stirbt der Partner, entsteht eine unendliche Leere, selbst wenn man schon darauf gefasst war. Dieses unwiederbringliche Ende der Lebensgemeinschaft kann für viele Menschen den Sturz ins Bodenlose bedeuten.

Zunächst gibt es keinen Trost und das sollte man auch zulassen. Während die Zeit vor der Beerdigung noch mit Erledigungen gefüllt ist, dringt der Schmerz danach erst so richtig ins Bewusstsein. Wer sich auch jetzt noch nur in Aktivitäten stürzt, verschiebt die Trauer auf später. Das Zulassen dieser unendlichen Traurigkeit über den Verlust des geliebten Partners verunsichert das Umfeld. Sie versuchen den Hinterbliebenen aus Angst vor einer dauerhaften Depression oder gar einem befürchteten Suizid aus seiner Trauer herausreißen. Das kann manchmal auch ganz sinnvoll sein, doch grundsätzlich hat die Bezeichnung „Trauerjahr“ schon ihre Berechtigung.

Im Verlauf eines Jahres erlebt man alle bisher gemeinsam verbrachten Feste, Jahrestage und Jahreszeiten alleine, oder zumindest nicht miteinander. Sich diesen Erinnerungen zu stellen bedeutet sie auch teilweise loslassen zu können. Bei den Rückblicken entstehen nicht selten Schuldgefühle über vermeintliche eigene Beziehungsfehler, die einem so nach und nach einfallen. Die eigene Mängelliste kann sehr lang werden. Schon alleine deshalb, weil der verstorbene Partner nichts mehr zurechtrücken kann und zusätzlich im Nachhinein idealisiert wird. In besonderen Härtefällen gibt man sich sogar manchmal eine Mitschuld an seinem frühen Tod. Hätte man doch Einiges anders gemacht!

Hier könnten Gespräche mit neutralen Personen hilfreich sein, damit diese Spirale unterbrochen wird. Potentielle neue Partner haben (wenn überhaupt) erst frühestens nach einem Jahr eine Chance und selbst dann müssen sie noch gegen einen idealisierten verstorbenen Lebensgefährten antreten. Je eher diese oft unterschwelligen Tabuthemen angesprochen werden, desto besser stehen die Aussichten auf eine gelungene neue Beziehung. Manche Menschen möchten aber nach dem Tod ihres Partners keine neue Verbindung mehr eingehen. Das Umfeld sollte diese Entscheidung unbedingt respektieren.