Selbständige und Freiberufler haben öfter ein höheres Einkommen, bestimmen die Höhe ihres Arbeitspensum selbst und haben mehr Freiheit sich Arbeit und Freizeit selbst einzuteilen als jemand, der im Angestelltenverhältnis sein Brot verdient.
Wo sollen also hier besondere Probleme lauern?
Erstens deswegen, weil obige Thesen nicht immer stimmen, zumindest nicht beim Vergleich mit leitenden Angestellten. Zweitens liegen genau in den genannten Bereichen die Gefahren für die Partnerschaft.
Das hohe Einkommen, oder genauer die Gewöhnung an dieses führt leicht zu überhöhten Ansprüchen und damit zur Gefahr falscher Prioritäten. Denn das hohe Einkommen wird durch teilweise noch höheren Einsatz erkauft, Einsatz an Energie und Kreativität, sodass für eine “nebenher laufende” Partnerschaft davon nicht mehr viel übrigbleibt.
Da ein Selbständiger zwar mehr Freiheit, aber nicht mehr Freizeit hat, ist die Geduld des Partners auf eine harte Probe gestellt. Der Zeitmangel für einander führt zu einer Vernachlässigung des Partners und der Partnerschaftspflege, mit möglicherweise gefährlichen Folgen. So etwas kann eine begrenzte Zeit gut gehen, z.B. während einer Existenzgründungsphase, aber dauert diese Zeitspanne zu lange, ist die Partnerschaft gefährdet, da sich der nicht beteiligte Partner die Befriedigung seiner Bedürfnisse dann anderweitig holt.
Desweiteren erleben alle Selbständigen oder Freiberufler in wirtschaftlichen Krisensituationen oder Konjunkturflauten Existenzängste, die bei einem nicht beteiligten Partner, der sich an den hohen Lebensstandard gewöhnt hat, oft auf Unverständnis stoßen und genau das führt zu einer zusätzlichen Belastung der Partnerschaft.
Ist der andere Partner in die Tätigkeit des Selbständigen oder Freiberuflers mit eingebunden, steigert dies zwar das Verständnis des Partners für die Situation, letztlich bleiben die Gefahren jedoch die gleichen.