Wer kennt das nicht, sich auf bessere Zeiten zu vertrösten. Demnächst hat man wieder mehr Zeit um alles anzugehen, was man schon so lange schleifen ließ. Wenn diese anstrengende Zeit vorbei ist, dann wird alles gut. Das schlechte Gewissen ist damit vorübergehend besänftigt und der Partner manchmal auch. Leider kam aber schon in der Vergangenheit eine Herausforderung nach der nächsten, es gab kaum Verschnaufpausen. Voraussichtlich wird auch die Zukunft immer wieder Stress mit sich bringen. Wie soll sich also etwas ändern?
Liegt es am mangelhaften Zeitmanagement, an den falschen Prioritäten, oder einfach nur am fehlenden Willen? Gerade in Partnerschaften stellt sich diese Frage häufig. Viele Paare führen monatelang kein richtiges Gespräch miteinander, gehen nicht zusammen aus und hatten schon jahrelang keinen (guten) Sex mehr. Von Zeit zu Zeit streiten sie sich und einer droht mit Trennung, woraufhin dann wieder der berühmte Satz fällt: „in Zukunft wird alles besser“. Zunächst glauben beide wirklich daran, doch spätestens beim 10. Mal kommen berechtigte Zweifel.
Die Gründe für die Kontakt-Vermeidung zum Partner sind meistens unbewusst, so dass derjenige selbst nicht genau sagen kann warum er alles Andere (z.B. die viele Arbeit oder die Kinder) vorschiebt. Er glaubt seine Ausreden teilweise selbst. Nachdem in jeder Paar-Beziehung unbewusste Verbindungen zwischen den Beteiligten existieren, hat jedes Verhalten des Einzelnen auch etwas mit dem Anderen zu tun. Also kann eigentlich keiner dem Partner Vorwürfe für etwas machen, an dem er selbst in irgendeiner Weise beteiligt ist. Sobald sich einer von Beiden verändert, kann der Andere auch nicht mehr so weiter machen. Um eine Reaktion des Partners hervorzurufen muss man sich also selbst anders verhalten. Falls nichts anderes mehr wirkt, hilft nur noch ein vorübergehender Ausstieg aus der Ehe oder Beziehung um den Anderen damit wachzurütteln.
Gute Vorsätze für die Zukunft bringen demnach nichts, außer man setzt sie sofort um. Dazu gehören zwei Menschen die sich beide ihrer eigenen Beteiligung an der Misere bewusst sind. Schuldzuweisungen verhindern jede Entwicklung. Im Falle einer vernachlässigten Beziehung müssen sofort Zeiten zu Zweit eingeplant werden, die die gleiche Priorität wie Geschäftstermine haben.