Männliche Lustlosigkeit

  • Sexualberatung, Paarberatung, Eheberatung

kann verschiedene Gründe haben

In letzter Zeit nimmt die Zahl der sexuell lustlosen Männer drastisch zu. Früher entzogen sich ausschließlich die Frauen dem Akt. Im Laufe der sexuellen Entwicklung der Frau wurden jedoch die Männer zunehmend mit deren erotischen Forderungen konfrontiert. Früher übernahmen noch die Männer die Führung im Bett, doch heute ist es oft anders.

Die neue Frauengeneration gibt sich nicht mehr mit einer einfachen Nummer zufrieden, sondern stellt Ansprüche an seine Liebhaberqualitäten. Es sollte beim Liebesakt für sie zumindest ein Höhepunkt, wenn nicht sogar ein multipler Orgasmus herauskommen. Beim Vorspiel möchte sie ihre erogenen Zonen verwöhnt wissen. Nach dem Sex wünscht sie sich außerdem noch ein ausführliches Gespräch darüber wie beide es erlebt haben, und was sie beim nächsten Mal anders machen könnten. Manchmal beschwert sie sich dabei auch noch über sein mangelndes Fingerspitzengefühl für ihre sensiblen Zonen und darüber, dass er viel zu schnell kam. Damit lastet ein enormer Druck auf dem Mann. Die Flucht in seine eigene, stressfreie sexuelle Welt ist vorprogrammiert.

Manche Männer haben regelrecht Angst vor den sexuellen Erwartungen ihrer Partnerin. Sie schieben Müdigkeit und Überarbeitung vor um kräfteraubenden Diskussionen zu entgehen. Problemgespräche stehen bei vielen Männern sowieso schon nicht gerade oben auf der Wunschliste. Kritische Themen sprechen sie überhaupt nicht gerne an. Davon gäbe es einige. Meistens liegt seine Unlust nicht an der mangelnden Attraktivität der Partnerin. Frauen betrachten ihren eigenen Körper viel kritischer als ein Mann sie wahrnimmt. Er beteuert auch weiterhin glaubhaft sie zu lieben. Meistens ist auch keine Affäre die Ursache für seine Lustlosigkeit. Frauen gehen in letzter Zeit zunehmend häufiger fremd als ihr Partner.

Die Ursache für dieLustlosigkeit mit ihrer Partnerin beschreiben viele Männer während der Eheberatung oder Paartherapie folgendermaßen: der Sex mit ihrer Frau ist körperlich und psychisch anstrengend. Es besteht immer das ungute Gefühl ihren Ansprüchen nicht zu genügen. Der Sex mit sich selbst unter Zuhilfenahme von Sexbildern oder Filmen aus dem Internet ist stressfreier als der mit der eigenen Frau. Sie sind dadurch sexuell weitgehend unabhängig von ihr. Sie weiß meistens nichts davon und wundert sich, warum er kaum noch auf ihre Verführungsversuche anspringt.

Natürlich sollte jede Frau ihre erotischen Wünsche äußern dürfen. Es spielt dabei aber eine wesentliche Rolle wie sie das macht. Die männliche Verletzbarkeit ist viel größer als man annimmt. Fühlt er sich schon einmal angegriffen, dann versteht er manches noch dazu falsch. Er gewinnt den Eindruck ein Versager zu sein, und verbindet mit Sex nur noch Leistungsdruck. Deshalb empfiehlt es sich sexuelle Details in einer entspannten Situation anzusprechen und anschließend nachzufragen wie er es verstanden hat. Niemals im Streit oder zwischen Tür und Angel über Sex sprechen.

Jeder von Beiden braucht zudem beim Sex mit dem (Ehe-) Partner Erfolgserlebnisse. Gerade Männer beklagen sich oft darüber, dass ihre Frau nicht richtig bei der Sache ist. Hat eine Frau gerade keine Lust auf Sex, sollte sie es an diesem Tag besser sein lassen. Lustloser Sex ist dem Partner gegenüber respektlos. Die natürlichen Lustphasen im weiblichen Zyklus eignen sich für hervorragenden Sex, die übrigen Zeiten sollten nach Möglichkeit gemieden werden.

Ein weiterer Grund für männliche Lustlosigkeit ist eine ihm überlegene Partnerin. Das kann z.B. bedeuten, dass er sich ihr beruflich, finanziell oder intellektuell nicht gewachsen fühlt. Am Anfang einer Beziehung funktioniert es trotzdem noch im Bett, doch mit der Zeit verliert er das sexuelle Interesse an ihr und weiß meistens nicht warum. Die äußeren Gegebenheiten lassen sich in diesem Fall kaum ändern, doch meistens hilft es sich dessen bewusst zu werden. Diese Paare finden sich häufig in meiner Sexualtherapie ein. Sie haben keine Ahnung warum es sexuell nicht mehr funktioniert.