Liebesalarm: warum auch stabilen Partnerschaften professionelle Hilfe guttut

  • Paarberatung, Eheberatung

Interview mit Gabriele Leipold in der "Freundin" Heft 1/2010

Wenn man sich in der Beziehung ständig im Kreis dreht, immer wieder dieselben Themen für Konflikte sorgen oder ein Partner sehr unter seiner Rolle leidet, sind das deutliche Zeichen, dass diese Liebe professionelle Hilfe braucht.

Der häufigste Anlass, der Paare zu mir in die Praxis treibt, ist zwar die Affäre eines Partners. Doch so weit muss es nicht kommen: Schon wenn man anfällig für die Versuchungen von außen wird, ist das ein Signal, dass in der Beziehung etwas Wichtiges fehlt. Hier kann eine Beratung hervorragend anknüpfen.

Dass die Initiative, Hilfe in Anspruch zu nehmen, von einem der Partner ausgeht, ist ganz normal. Wenn sich der andere fremder Beratung komplett verweigert, kann man auch allein mit einer Therapie beginnen. Dadurch verändert sich das eigene Verhalten und damit auch die Beziehung. In fast allen Fällen wird der andere Partner neugierig und bietet später von selbst an, mal mitzukommen.  Weil er den Therapeuten begutachten will, der sein Liebesleben unter die Lupe nimmmt. Oder doch seine eigene Sicht zum Konflikt beitragen möchte.

Die meisten Paare kommen allerdings mit falschen Erwartungen. Beim Arzt kriegt man eine Spritze, und alles ist gut. Das kann eine Therapie nicht leisten. Für den Heilungsprozess sind die Paare selbst verantwortlich. Verhalten, das sich über Jahre eingeschliffen hat, ändert man nicht mal eben über Nacht.

Wieviele Beratungsstunden nötig sind, hängt nicht nur von den jeweiligen Konflikten ab, sondern richtet sich auch danach, wie internsiv die Partner mit den Ergebnissen arbeiten. Oft können Probleme in etwa 10 Sitzungen geklärt werden, es gibt aber auch Paare, die sich über Jahre beraten lassen.