Hilfesuchende Paare sind am Anfang verunsichert und befürchten sogar als hoffnungslose Fälle gleich wieder weggeschickt zu werden. Als Paartherapeut sollte man zuerst eine vertrauensfördernde Atmosphäre schaffen, in der sich beide öffnen können. Dieser geschützte Rahmen in Verbindung mit einigen Regeln und gezieltem Nachfragen wirkt oft Wunder. Einige Partner erfahren dann erstmals, was in ihrem Gefährten wirklich vorgeht.
Als nächstes muss der Druck einer (vor)schnellen Entscheidung oder Trennung von den Paaren genommen werden. Sie haben meistens einige Jahre dafür gebraucht um in diese Situation zu geraten und benötigen deshalb auch etwas Zeit um diese zu bewältigen. Während der Paartherapie rate ich von voreiligen Entscheidungen ab. Sobald die Trennungsdrohung von ihnen genommen ist, beginnt erst die eigentliche Arbeit.
Krisen sind grundsätzlich etwas ganz natürliches, das in jedem Paarleben immer wieder auftritt. Nur der falsche Umgang damit lässt sie zu etwas Bedrohlichem heranwachsen. Stehen größere (innere wie äußere) Veränderungen im gemeinsamen (oder eigenen) Leben an, kann das bei einem Partner Ängste auslösen und damit zu einer Blockade von seiner Seite her führen. Der Andere fühlt sich dadurch in seiner Entwicklung gebremst und es entsteht ein Kampf. Hier hilft es überhaupt nicht einseitige Schuldzuweisungen zu tätigen. Jeder Einzelne muss in sich gehen und am besten mit externer Hilfe erarbeiten, welche Beteiligung er dazu mitbringt. Das Verhalten eines Partners hängt nämlich unmittelbar mit dem Anderen zusammen, ohne dass dies zunächst sichtbar ist. Auch das Herausarbeiten des gemeinsamen, teilweise unbewussten Zusammenspiels bewirkt eine deutlich spürbare Entlastung der Beziehung.