Jüngerer Partner – längeres Leben?

  • Paarberatung, Eheberatung

Altersunterschied und Lebenserwartung

Nicht nur bei Prominenten kommt immer häufiger ein erheblicher Altersunterschied zwischen den Partnern vor. Bei älteren Männern war das schon lange der Fall (Picasso, Charlie Chaplin, jüngst Müntefering), seit einiger Zeit ziehen die Frauen nach und suchen sich auch viel jüngere Partner (Demi Moore, Madonna).

Solche Beziehungen können durchaus einige Jahre gut gehen. Meist beruhen sie auf einer gewissen Bewunderung des älteren Partners durch den jüngeren. In die Paartherapie kommen diese Paare dann, wenn sich die Beziehung im Lauf der Zeit verändert hat. Der Jüngere Partner wird mit zunehmendem Alter kritischer, die Bewunderung fällt weg, ja im Extremfall schämt er sich in Gesellschaft sogar für den Älteren. Der Ältere kann nicht so gut damit umgehen, vom Sockel gestoßen zu werden. Auch freute er sich früher an der Lebendigkeit und Experimentierfreude des Jüngeren, will aber jetzt mehr Ruhe haben. Das heißt, die Beziehung müsste eigentlich jetzt auf völlig anderen Füßen stehen als am Anfang. Wenn beide miteinander Kinder haben, ist die Situation etwas leichter, da dies doch mehr verbindet. Schwierig wird es vor allem dann, wenn der ältere Partner keine Kinder mehr haben will oder keine mehr bekommen kann, und der Jüngere im Lauf der Zeit einen Kinderwunsch entwickelt.

Wie unterschiedlich sich diese Beziehungsprobleme für Frauen und Männer auswirken, zeigt eine jüngst veröffentliche Studie des „Max-Planck-Instituts für demografische Forschung“ in Rostock. So verringert sich das relative Sterberisiko für Männer, die mit deutlich jüngerenFrauen verheiratet sind (je nach Altersunterschied bis fast 20 %). Erklärt wird dies damit, dass das Zusammenleben mit jüngeren Partnerinnen mit psychologischem und sozialem Nutzen verbunden ist, was zu besserer Gesundheit führt, oder aber dass hauptsächlich Männer mit überdurchschnittlicher Gesundheit sich viel jüngere Partnerinnen suchen.

Für Frauen, die mit jüngeren Männern verheiratet sind, erhöht sich dieses relative Sterberisiko sogar erheblich (je nach Altersunterschied bis über 30%). Als Erklärung kann der mit der Abweichung von der sozialen Norm einhergehende Stress herhalten, da die gesellschaftliche Akzeptanz derartiger Beziehungen doch noch nicht so gegeben ist. Zudem versuchen Frauen eher als Männer sich anzupassen, was jedoch hier zu starken Spannungen führt, da die Frau und ihr viel jüngerer Partner sich in unterschiedlichen Lebensphasen befinden. Dadurch ist es erschwert z.B. gemeinsame Freunde und gemeinsame Interessen zu finden, da der Partner möglicherweise sogar jünger ist, als schon vorhandene Kinder. Interessanterweise kann man in diesen Fall jedoch für beide, den jüngeren Mann und seine ältere Partnerin, ein erhöhtes Sterberisiko beobachten.