Jeder Mensch hat seine Lieblingsplätze und die ändern sich nicht unbedingt mit dem Partner. Vielleicht möchte man sie diesem sogar zeigen. Ärgerlich nur, dass man mit dem Vorgänger oder der Vorgängerin schon genau im selben Hotel wohnte. Zunächst ist einigen Menschen gar nicht klar, worauf sie sich bei dieser Wiederholung einlassen. Sie reden es sich sogar schön, nur um nicht darauf verzichten zu müssen.
Mit jedem Partner verbinden einen Erinnerungen, die mit angenehmen und weniger angenehmen Gefühlen einhergehen. In der selben Umgebung werden alte Gefühle wieder wach und der neue Gefährte wird damit konfrontiert, ohne die Hintergründe zu kennen oder kennen zu wollen. Er bekommt also etwas für seine Vorgänger ab. Entweder werden mit ihm vergangene Situationen wiederbelebt, weitergeführt, vermieden oder bearbeitet. Er selbst hat wenig Einfluss auf das Geschehen und wird gewissermaßen benutzt.
Von einer Unbeschwertheit kann also keine Rede mehr sein. Vielleicht wundert sich der Neue über diese eigenartige Stimmung, sofern er nicht Bescheid weiß. Ist er allerdings im Bilde, schleicht sich vielleicht so nach und nach ein ungutes Gefühl bei ihm ein, obwohl die Stimmung vielleicht gar nicht so schlecht wäre. Er fragt sich und den Partner wie es damals wohl gewesen sein mag und damit leben beide mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart.
Jetzt mag man sich fragen, warum jemand so etwas macht, den neuen Partner einfach ohne Notwendigkeit in eine derartige Lage zu bringen. Es handelt sich bei einem Hotel schließlich nicht um ein Eigenheim. Es zeigt sich hier die Austauschbarkeit der Beziehungen und damit verbunden eine gewisse Respektlosigkeit dem Anderen gegenüber. Jeder Partner ist einzigartig und sich darüber im Klaren zu sein macht traurig und zeigt, dass manche schöne Momente mit einem wichtigen Menschen unwiederbringlich vorbei und mit keiner anderen Person wiederholbar sind. Diese Trauerarbeit gehört an das Ende einer Beziehung, bevor man eine neue beginnt.