Grenzenlose Liebe

  • Paarberatung, Eheberatung

Binationale Partnerschaften

Zuerst reizt das Andersartige und man möchte es unbedingt in das eigene, etwas farblos erscheinende Leben integrieren. Die rosarote Brille federt die anfänglichen Stolpersteine noch ab. Man verspricht sich schließlich eine Bereicherung, oder sieht gar den Retter im neuen Partner. Die anfänglichen Herausforderungen der Integration erweisen sich dann auch als so raumfüllend, dass man darüber vieles andere links liegen lässt.

Nachdem das Zusammenleben mühsam erkämpft wurde, beginnt noch lange nicht das eigentliche Kennenlernen. Anfangs bemüht sich Jeder dem Anderen gerecht zu werden. Auch muss eine Sprache gefunden werden in der die Kommunikation miteinander einigermaßen möglich ist. Gerade dieser Punkt wird häufig unterschätzt. Sogar Paare, bei denen Beide „nur“ aus unterschiedlichen europäischen Ländern stammen, leiden unter Kommunikationsschwierigkeiten. Mindestens Einer muss sich bei kniffeligen Themen in einer Fremdsprache ausdrücken und hat damit häufig das Nachsehen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, dass Jeder die Muttersprache seines Partners erlernt und man in beiden Sprachen abwechselnd kommuniziert.

Wie die Sprache, so sollten unbedingt beide Kulturen einander bekannt sein, respektiert und in den Alltag integriert werden. Passt sich Einer von Beiden zu sehr an die Lebensumstände des Partners an, ohne selbst mit seinen Prägungen wahrgenommen zu werden, so ist die Beziehung entweder nicht von langer Dauer oder bleibt an der Oberfläche (oder Beides).

Leider finden viele binationale Paare erst den Weg zur Ehe- oder Paarberatung wenn es für die Beziehung schon fast keine Rettung mehr gibt. Beide haben schon resigniert und sie leben entweder sprachlos nebeneinander her, oder es eskaliert in kurzen Abständen. Nach der anfänglichen Idealisierung passierten gehäuft unbearbeitete Missverständnisse. Schon alleine deshalb, weil eine gemeinsame Sprache als zuverlässiges Ausdrucksmittel fehlte und damit die extrem unterschiedlichen Sichtweisen nicht vermittelt werden konnten. Die häufige Abhängigkeit des dazu gezogenen Partners erschwert noch zusätzlich den Beratungsprozess.