Jeder Seitensprung hat einen anderen Hintergrund und muss deshalb unterschiedlich behandelt werden. Entscheidend für die Beurteilung einer Affäre ist die Beziehungssituation vor dem Fremdgehen. Wie lange währt die Partnerschaft schon, führt man eine Wochenendbeziehung, hat man Babys oder Kleinkinder miteinander oder leben beide seit geraumer Zeit nebeneinander her? Es gibt beliebig viele Umstände, die einen Seitensprung begünstigen, aber wie geht man damit um, wenn der schon passiert ist?
Das Vertrauen in die Ehe oder Partnerschaft ist mit dem Bekanntwerden der Affäre nachhaltig beschädigt. Gerade deshalb ist es wichtig Schadensbegrenzung zu betreiben, will man seine Beziehung erhalten. Handelt es sich nur um einen einmaligen Ausrutscher, so braucht der Partner nichts davon zu erfahren. Eine Affäre dagegen wirkt sich auf die Partnerschaft aus und sollte deshalb gebeichtet werden. Je eher man es dem Lebensgefährten mitteilt, desto bessere Überlebenschancen hat die Beziehung. Findet der Partner es später selbst heraus oder erfährt es von Anderen, fühlt er sich noch mehr gedemütigt und kann es noch weniger verzeihen. Die meisten Menschen spüren, wenn der Partner sich einem Anderen zuwendet. Gezielte Nachfragen werden zunächst nicht wahrheitsgetreu beantwortet.
Leider nehmen andererseits einige Partner das Wort „Offenheit“ zu ernst und quälen den Gefährten mit intimen Details aus der Affäre. Dadurch wird das Kopfkino des Betrogenen aktiviert und er sieht ständig erotische Szenen vom Seitensprung seines Partners ablaufen. Dies führt zur Schlaflosigkeit und Appetitmangel, sogar zur (vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit. Auch auf Nachfragen des Hintergangenen sollten niemals sexuelle Einzelheiten aus der Affäre preisgegeben werden. Stattdessen müssen die Gründe für das Fremdgehen erforscht werden.
Jeder Seitensprung hat seine Ursachen, zu denen beide Partner etwas beigetragen haben. Die Suche nach der Eigenbeteiligung jedes Einzelnen verhindert das Täter-Opfer-Denken und führt zu einer tieferen Beziehung.