Die Pille als Lustkiller

  • Sexualberatung

behindert die weibliche Sexualität

Ursprünglich verhalf die Pille zur Befreiung der Frau. Sie konnte ohne Angst vor Schwangerschaft Sex haben. Aber kann sie ihre Sexualität unter Pilleneinfluss auch genießen? Dieses Thema scheint erst in letzter Zeit eine Rolle zu spielen. Frauen die während der Pilleneinnahme ihre sexuelle Lust völlig verlieren, müssen sich auch noch mit Schuldgefühlen ihrem Partner gegenüber und eigenen Minderwertigkeitsgefühlen herumschlagen. Sie erhalten nach wie vor von den wenigsten Gynäkologen Hilfestellung, denn auch eine Umstellung auf ein anderes Präparat bringt keine Besserung. Die gleichen negativen Auswirkungen haben Hormonstäbchen, Gebärmutterringe und manche Hormonspiralen.

In meiner Praxis finden sich täglich Frauen ein, die von frühester Jugend an die Pille einnehmen und nicht wissen wie sich sexuelle Lust anfühlt. Zur Abklärung schicke ich sie zuerst zu Endokrinologen (Hormonspezialisten), die an Hand des Hormonspiegels feststellen, dass sie bei diesen Werten keine Lust empfinden können. Nach einigen Monaten ohne Pille stellt sich bei vielen Frauen ein natürlicher Hormonhaushalt und damit auch wieder die Lust ein. 

Weibliche Lustphasen sind um den Eisprung herum, kurz vor der Periode und bei manchen Frauen noch zum Ende der Periode. In diesen Zeiten ist eine Frau sehr leicht erregbar, und sucht den sexuellen Kontakt. Selbst ihre Kleidung wählt sie in diesen Tagen freizügiger, ohne dass sie sich dessen bewusst wäre.

Das Argument, dass es außer der Pille kein weiteres sicheres Verhütungsmittel gibt, trifft schon lange nicht mehr zu. Empfehlenswert sind das Diaphragma (Verhütungskappe in der Gebärmutter, wird in Frauengesundheitszentren angepasst), der Verhütungscomputer (untersucht die Hormonkonzentration im Urin), das Gyne Fix (Kupferkette in der Gebärmutter, verrutscht nicht wie die Spirale und führt auch nicht zu Zwischenblutungen, bisher in Deutschland leider noch nicht so bekannt) oder bei Paaren mit abgeschlossenem Kinderwunsch die Sterilisation des Mannes (ist nur ein kleiner Eingriff im Vergleich zur weiblichen Sterilisation). Bei wechselnden Partnern muss aus Sicherheitsgründen das Kondom verwendet werden.