Wenn einer oder beide Partner auf Grund ihres jugendlichen Alters oder sonstiger Gegebenheiten noch nicht ausreichend vom Elternhaus abgelöst sind, kann die Paarbeziehung dadurch überschattet werden. Eltern haben manchmal sehr genaue Vorstellungen wer und was zu ihrem Kind passt, und halten sich damit nur selten zurück. Jetzt kommt es darauf an, wie deren Kind damit umgeht und in wie weit es zu seiner Partnerschaft stehen kann. Besteht aber sogar eine räumliche, materielle oder psychische Abhängigkeit zu den Eltern, gestaltet sich jede Paarbeziehung schwierig.
Bei so manchem Single übernehmen die Eltern oder ein Elternteil wesentliche Funktionen in dessen Leben. Das kann gemeinsam verbrachte Freizeit oder sogar seine Haushaltsführung bedeuten. Eine unbefriedigende Paarbeziehung der Eltern kann zu einer Ersatzpartnerschaft mit dem Kind führen, das damit ein Elternteil oder sogar die Ehe der Eltern stabilisiert. Sobald dann ein Gefährte ins Leben des Kindes tritt, gerät das Beziehungsgeflecht aus Eltern und Kind ins Wanken und muss mit allen Mitteln verteidigt werden.
Der Partner des Kindes ist zunächst überrascht, welch kalter Wind ihm von den Schwiegereltern entgegen weht. Er wird je nach psychischer Beschaffenheit um deren Anerkennung kämpfen oder sich enttäuscht zurückziehen. Bei weiterhin fehlender Abnabelung seines Partners von dessen Elterhaus übernimmt nicht selten er stellvertretend für ihn die nötige Abgrenzung. Er wird dann unbewusst von seinem Gefährten für diese unangenehme Aufgabe benutzt und bekommt dafür manchmal sogar von beiden Seiten Ablehnung zu spüren.
In einigen Fällen wird der Partner des Kindes einfach in dessen Herkunftsfamilie einverleibt und übernimmt dort wichtige Funktionen. Solange die junge Partnerschaft genug Raum zur Entfaltung hat, ist nichts dagegen einzuwenden. Kritisch wird es erst, wenn die Beziehung der Kinder von den Eltern, bzw. Schwiegereltern gesteuert wird.