Die beziehungslose Partnerschaft oder Ehe

  • Paarberatung, Sexualberatung, Eheberatung

wie man Beziehung vermeidet

Viele Menschen bezeichnen ihre Partnerschaft als glücklich. Sie streiten sich wenig, jeder kann seinen Interessen ungehindert nachgehen, man hat einen guten Freundeskreis und führt ein sorgenfreies Leben miteinander. Auf meine Frage nach den Gedanken, Wünschen und Sehnsüchten ihres Partners reagieren diese Menschen meistens verwundert. Sie wissen nicht wirklich was im Anderen vorgeht. Oft haben sie sich nicht einmal mit ihrem eigenen Innenleben beschäftigt.

Die Gedanken des Partners sind vielleicht auch gar nicht so angenehm für den Gefährten. Man müsste sich dann damit auseinandersetzen und das könnte die Harmonie der Beziehung gefährden. Vielleicht hat er sogar ein geheimes Eigenleben, das man gar nicht so genau wissen möchte. Also einigt sich das Paar unbewusst darauf so manche Themen aus dem gemeinsamen Leben auszuklammern. Das hat den Vorteil eines stressfreien Umgangs miteinander und den Nachteil einer unlebendigen Beziehung, die durch unvorhergesehene Ereignisse aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Die Partner und jeder Einzelne benötigen permanent sehr viel Kraft um alles was ihre Paar-Harmonie gefährden könnte abzuwehren. Das können Menschen, Situationen, Nachrichten oder auch Gedanken sein. Am leichtesten fällt diesen Paaren die Abwehr des Unerwünschten oder gar Bedrohlichen durch Rituale. Häufiges Fernsehen, viel Arbeit oder ein straffes Freizeitprogramm bieten einen gewissen Schutz davor sich und dem Partner wirklich zu begegnen. Natürlich leidet aber auch die Sexualität darunter. Lustvolle Sexualität benötigt als Grundlage eine lebendige Beziehung zu sich und dem Gegenüber.

Bringen destabilisierende Ereignisse die Partnerschaft ins Wanken, kann es vorkommen, dass diese Paare sich in Eheberatung oder Paartherapie begeben. Ihr Auftrag an den Therapeuten lautet dann: „bitte helfen Sie uns, dass alles wieder so wird wie vorher, ohne allzu viel unter die Oberfläche zu sehen“. Bei einer tiefgehenden Behandlung bricht häufig einer von Beiden diese mit dem Argument ab, dass es ja doch nichts bringe. Übersetzt zeigt das dessen Angst bei einer schon zu weit gegangenen Veränderung, die sofort gestoppt werden muss.