Der Märchenprinz, die Traumfrau

  • Paarberatung, Eheberatung

unrealistische Erwartungen an einen Partner

Oftmals belächelt und trotzdem immer noch in unseren Köpfen: die Vorstellung von der Traumfrau und dem Märchenprinzen. Dabei stellt sich jeder seinen Idealpartner etwas anders vor, eines aber haben sie alle gemeinsam: sie stehen erhaben und souverän über allenAlltagsproblemen. Wer wünscht sich seinen Traumpartner schon gestresst und ungehalten zwischen Beruf, Haushalt und Kindergeschrei?

Gerade in Zeiten größerer Frustration in der Partnerschaft und/oder im sonstigen Alltag tauchen die Märchenprinz(-essin)-Fantasien verstärkt auf. Man erhofft sich mit dem Idealpartner ein besseres und lustvolleres Leben. Am härtesten trifft die Enttäuschung über den realen Beziehungsalltag harmoniebedürftige und konfliktscheue Menschen. Sie geben dem Partner die Alleinschuld am Beziehungsstress und erträumen sich mit einem neuen Gefährten ein besseres Leben.

In diesem Fall genügen schon Kleinigkeiten um einen noch wenig bekannten Menschen zum idealen Partner zu stilisieren. Die häufigst genannten Gründe für eine Idealisierung sind: ein ansprechendes Äußeres beim Gegenüber, interessiertes Zuhören und eine lockere Grundstimmung. Sind diese Gegebenheiten vorhanden, projiziert der bisher Unzufriedene seine ganzen unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte auf sein verheißungsvolles Gegenüber. Dieser fühlt sich vielleicht geschmeichelt und steigt auf das Angebot ein.

Beginnt eine neue Beziehung während einer noch bestehenden Partnerschaft, sind die Chancen für das junge Glück allerdings überschaubar. Der Alltagsstress holt sie sehr viel schneller ein, weil noch keine Abnabelung und Verarbeitung der bisherigen Partnerschaft stattgefunden hat. In dieser Belastungssituation mutiert der Traumpartner schnell zum Alptraum.

Die Idealisierung eines neuen ungebundenen Partners hält sehr viel länger an und endet nach etwa zwei Jahren oder spätestens mit der Geburt des ersten Kindes.