Der Hausmann

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Segen oder Fluch?

So manche Frau träumt von einem Mann, der die Kinder und sie Vollzeit versorgt und ihr den Rücken für ihre Karriere freihält. Er sollte die ungeliebte Hausarbeit erledigen, ein treusorgender Vater sein und immer ein offenes Ohr für ihre Belange haben. Natürlich muss er auch vorzeigbar sein und gute Liebhaberqualitäten vorweisen. Rundum also ein Traummann! Leider sieht die Realität weniger rosig aus.

Es fängt schon damit an, dass die meisten Frauen sehr genaue Vorstellungen davon haben wie der Haushalt erledigt und die Kinder erzogen werden sollen. Hinzu kommt noch sein fehlendes Einkommen. Er gibt also nur ihr Geld aus. Während ihrer häuslichen Abwesenheit passiert zuhause notgedrungen Einiges und das nicht nur in ihrem Sinne. Der männliche Erziehungs- und Haushaltsstil weicht zum Teil ganz erheblich vom weiblichen ab. Die Frau kommt am Abend gestresst nach hause und nörgelt an seiner Ordnung, den schlechten Schulergebnissen der Kinder und an seinen unnötigen Geldausgaben herum. Sie glaubt es selbst besser machen zu können.

Der Hausmann erhält keine berufliche Anerkennung und seine Frau schätzt ihn auch nicht ausreichend. Die Familie und der Freundeskreis beäugen ihn skeptisch. Manche sind sogar der Meinung er läge seiner Frau auf der Tasche und sei kein richtiger Mann mehr. Sein Selbstwertgefühl und die Ehe müssen schon sehr stabil sein um das dauerhaft auszuhalten.

In uns Menschen existieren besonders im Bereich der Sexualität auch weiterhin archaische Grundmuster. Der Mann beschützt Frau und Kinder und geht auf die Jagd. Die Frau versorgt die Familie überwiegend im Nest. Je stärker und erfolgreicher die Frau ihren Partner findet, desto mehr sexuelle Lust entwickelt sie ihm gegenüber. Ein dauerhaft nicht berufstätiger Hausmann löst bei ihr keine sexuellen Reize mehr aus. Im umgekehrten Fall, also bei einer nicht berufstätigen Hausfrau, sind die Auswirkungen nicht so massiv. Hier hängt es mehr vom Selbstbild der Partner ab, wie die Ehe sich entwickelt. Die Sexualität kommt hier seltener zum Erliegen.

Eine geteilte Elternzeit ist hiervon nicht betroffen, da sie zeitlich begrenzt ist. Die günstigste Variante für eine gelungene Paarbeziehung ist immer noch die Berufstätigkeit Beider (davon am besten mindestens Einer in Teilzeit) und die Aufteilung der Kinderbetreuung und der häuslichen Aufgaben. Auf diese Art und Weise erlebt jeder beide Aufgabenbereiche und man entfernt sich dadurch nicht so leicht voneinander.