Das Leben nach der Trennung

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Nichts ist mehr wie es war

Die Entscheidung zur Trennung geht in den meisten Fällen nur von einem Partner aus. Der Andere versucht ihn bis zum Schluss zu halten. Am Tag des Auszugs sterben Beide noch einmal einen kleinen Tod. Das Auseinandersortieren und Abtransportieren des Hausrats ist eine deprimierende Aufgabe und hinterlässt in der bis dahin gemeinsamen Wohnung viele Löcher. Es bleibt ein Gefühl des Versagt-Habens und der Leere zurück. Selbst Derjenige, der den Anstoß zur Trennung gab, kann sich diesen trostlosen Gefühlen nicht ganz entziehen, obwohl der bevorstehende Neubeginn ihn teilweise beflügelt.

Der Trennungswillige hatte es sich hauptsächlich befreiend vorgestellt, endlich für sich sein zu können, und jetzt geht es ihm weniger gut als ursprünglich erhofft. Stunden des Zweifels und der Trauer überwältigen ihn immer wieder. Selbst der eventuell schon bereitstehende neue Partner vermag ihn nicht darüber hinwegzutrösten. In allen möglichen Situationen ertappt er sich bei der Frage, wie sein Ex-Partner jetzt wohl reagieren würde. Er sucht auch immer wieder nach Gründen für eine unverfängliche Kontaktaufnahme.

Dem verlassenen Partner entzieht es den Boden unter den Füßen. Er ist kaum noch in der Lage seinen Alltag zu bewältigen, leidet unter Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Meistens wird er erst einmal vom Hausarzt krank geschrieben und nicht selten wegen akuter Suizidgefahr für einige Wochen in eine psychosomatische oder psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Ausmaß seiner psychischen Schmerzen hängt von der Beziehungsdauer und der Art der Partnerschaft ab. Das Ende einer Langzeitbeziehung, die vielleicht auch noch in jungen Jahren begann, ist verständlicherweise schwerer zu verkraften als das einer kurzfristigen Liaison. Außerdem spielt es eine Rolle, inwieweit sich der Verlassene über seinen Partner stabilisiert hat. Ist letzteres der Fall, sollte er sich einer Psychotherapie unterziehen.

Es kursieren immer wieder Gerüchte über unproblematische Trennungen. Sofern es sich vorher um eine langjährige Ehe oder Lebensgemeinschaft handelte, ist das eine Illusion. Allerdings gilt: je besser man eine Beziehung gemeinsam aufarbeitet, desto erträglicher ist die Trennung, schmerzfrei wird sie trotzdem nicht sein. Nach ungefähr einem Jahr ist bei zugelassener Trauer das Allerschlimmste vorbei. Die Zeit heilt auch hier Wunden, Narben bleiben aber immer zurück.