Das Haustier als Partner-Ersatz

  • Paarberatung, Eheberatung

auch in bestehenden Beziehungen

Der Partner kommt nach Hause. Die Begrüßung fällt stürmisch aus. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein verliebtes Paar, sondern um Frauchen oder Herrchen mit Hund. Nachdem der Hund (es könnte auch die Katze sein) ausgiebig geknuddelt und geherzt wurde kommt, wenn überhaupt, der Partner dran. Der wird wesentlich distanzierter begrüßt. Er scheint sich über dessen Ankunft sowieso weniger gefreut zu haben als der Hund.

So oder ähnlich sieht es nach mindestens zwei Jahren Zusammenleben in den meisten Beziehungen aus. Der Hund rangiert, wenn es um Streicheleinheiten und Zuwendung geht, meistens an erster Stelle. Er ist ja auch viel dankbarer. Manche versuchen sogar ihren Partner auf das Haustier eifersüchtig zu machen um dadurch wenigstens überhaupt eine Gefühlsreaktion zu erhalten. Leider registrieren die meisten Menschen lediglich ihre Eifersucht ohne sie anzusprechen. Wer konkurriert auch schon gerne mit einem Tier? Diese fehlende Reaktion bewirkt beim Partner wiederum das Gefühl dem Anderen gleichgültig zu sein und er wendet sich noch mehr dem Hund zu. Ein Teufelkreis beginnt.

In einer Beziehung zeigen sich, sobald die erste Verliebtheit nachlässt, mehr oder weniger Defizite. Diese Lücken füllt jeder auf seine eigene Weise. Ein Haustier bietet sich dafür regelrecht an. Es spendet eine spezielle Art der Liebe, gibt Nähe, bereitet Freude und ist immer verfügbar. Man muss sich kaum mit ihm auseinandersetzen und es kritisiert einen nicht. Manche Paare vereint regelrecht die Liebe zum gemeinsamen Tier. Sie planen ihr Leben um das Haustier herum und geben dem Hund das was sie sich eigentlich voneinander wünschen. Die Paarbeziehung bleibt dadurch scheinbar stabil.

Natürlich existieren auch gesunde Partnerschaften mit gemeinsamem Haustier. Man erkennt sie daran, dass sie sich miteinander auseinandersetzen und ihre Höhen und Tiefen zusammen erleben. Paare, die eine lebendige Beziehung führen, genießen den Umgang mit ihrem Tier, statt es als Lückenfüller zu benutzen.