Aus dem Alltag eines Paartherapeuten

  • Sexualberatung, Paarberatung, Eheberatung, Trennungsberatung

E-Mails von Klienten

Zu Beginn, sowie zum Abschluss eines Tages kommt ein Therapeut nicht an seinen E-Mails vorbei. Seit einigen Jahren ersetzen E-Mails in einer Praxis den Anrufbeantworter. Es handelt sich dabei um Anfragen und Mitteilungen sehr unterschiedlicher Art: Terminanfragen oder Absagen, Lebenszeichen von ehemaligen Klienten, Anmerkungen zur letzten Beratungsstunde, Fragen zu verschiedensten Themen, Hilfeschreie von bekannten Klienten oder von noch Unbekannten sowie Interviewanfragen vom Fernsehen oder der Presse.

Um alle Praxis-Mails zufriedenstellend zu bearbeiten würde man täglich mehrere Stunden benötigen. Terminabsprachen kann das Büro eigenständig erledigen. Die anderen E-Mails bleiben dem Therapeuten vorbehalten. An manchen Tagen, gerade vor und nach Feiertagen oder Ferien, häufen sich die Krisen-Mails, zu anderen Zeiten überwiegen erfreuliche Mitteilungen oder skurrile Anfragen. Insgesamt halten sich die Mitteilungen von männlicher und von weiblicher Seite die Waage.

Nachdem es sich bei meiner Praxis neben der Ehe- und Paarberatung auch um eine Sexualberatung handelt, fragen mich auch des öfteren mir unbekannte Menschen, die gerade ein sexuelles Misserfolgserlebnis hatten, per E-Mail umRat. Die häufigsten Themen drehen sich entweder um den vorzeitigen oder den nicht vorhandenen Orgasmus oder die Untreue des Partners. Eine fundierte Beratung findet aber erst in einem persönlichen Therapeuten-Klienten-Gespräch statt, bei dem alle relevanten Informationen abgefragt werden. Im persönlichen Kontakt erlebt der Berater unmittelbar die Reaktion des Hilfesuchenden und kann sofort darauf eingehen. Einen Rat ins Blaue hinein zu erteilen ist mit Wahrsagerei gleichzusetzen und birgt auch Gefahren.