Aufklärung

  • Sexualberatung, Erziehungsberatung, Eheberatung, Paarberatung

ist nicht nur ein Gespräch

Zum Thema Aufklärung hat Jeder seine persönlichen Erinnerungen. Die eigenen Eltern führten ein für beide Seiten peinliches Gespräch, oder überreichten stillschweigend ein Buch. Im Biologieunterricht wurde das Thema nüchtern abgehandelt und gäbe es nicht das „Bravo“ Magazin mit Dr. Sommer, dann wären viele auf ihren Fragen sitzen geblieben. Bei den eigenen Kindern möchte man es besser machen, aber wie?

Die gängige Vorstellung von Aufklärung, die hauptsächlich auf einem Gespräch beruht, sollte man verabschieden. Jedes Kind wird in ein Umfeld hinein geboren, das in irgendeiner Form mit dem Thema Sexualität umgeht. Beide Elternteile haben ihre eigene Prägung auf diesem Gebiet und vermitteln sie verbal, nonverbal, und natürlich auch durch ihr Verhalten dem Kind. Es wird total unterschätzt, wie sehr man die innere Einstellung an seine Nachkommen weitergibt. Alleine schon die Art und Weise wie Eltern ihr Baby berühren, zeigt ihm wie Mutter und Vater ihre Körperlichkeit erleben. Sexualität beginnt schließlich nicht erst beim Sexualakt, sondern schon beim Umgang mit dem eigenen Körper, den dazugehörenden Phantasien und wie diese in den Alltag einfließen.

Erlebt das Baby einen wohligen Körperkontakt, der seinen Bedürfnissen entspricht, entwickelt es ein selbstverständlicheres Verhältnis zu seinem Körper und seinen Mitmenschen, als ein Kind, das sich weniger liebevoll behandelt fühlt. Hinzu kommt noch, dass schon Kleinkinder aufnehmen wie seine Eltern oder Bezugspersonen miteinander umgehen. Eltern mit einer lebendigen Sexualität vermitteln dem Kind ein selbstverständliches Bild der körperlichen Liebe. Trotzdem sollte Sex nie in Anwesenheit des Kindes stattfinden, es würde seine eigene Entwicklung nachhaltig schädigen. Es darf aber ruhig mitbekommen, dass die Eltern etwas Erfüllendes miteinander erleben, wovon es selbst kurzzeitig ausgeschlossen ist.

Bei solchen positiven Vorerfahrungen, verlaufen dann Aufklärungsgespräche relativ entspannt. Trotzdem ist dabei zu berücksichtigen, dass man Kindern oder Jugendlichen immer nur das erklären sollte, wonach sie fragen. Es ist besser jedes Mal darauf einzugehen, wenn sie etwas wissen wollen, anstatt sie auf einmal mit zu viel Informationen zu überschütten.