Als ob es nicht schon schwer genug wäre sich überhaupt zu einer Eheberatung oder Paartherapie durchzuringen, nun soll man auch noch aktiv werden und dort anrufen. 57% der Erstanmeldungen kommen von Männern, 43% von Frauen. Und nun muss man sich auf einen Termin festlegen. Das ist für 8% der Anrufer zuviel: sie stornieren nach kurzer Zeit den Termin wieder, weil doch die Angst davor übermächtig wird, oder sie erscheinen einfach nicht.
Die meisten Anmeldungen erfolgen in Situationen starker emotionaler Anspannung, sei es dass entdeckt wurde, dass der Partner oder die Partnerin untreu war, oder dass er oder sie sich getrennt hat. Vor allem Männern passiert es relativ häufig, dass nach durchaus längerer Partnerschaft die Frau plötzlich auszieht und der Mann weiß nicht einmal warum.
Auch kann durch irgendeinen Auslöser eine lange ertragene Situation vollends unerträglich werden oder man schafft es nicht mehr, vor einer lange erahnten Wahrheit die Augen zu verschließen.
Dies führt dazu, dass schon am Telefon das Herz ausgeschüttet wird oder der ganze Frust durchbricht. Oder man will sofort möglichst wirksame Tipps bekommen, um die Situation wieder in den Griff zu kriegen.
Bei Beratungen für Paare kommt in jedem fünften Fall zuerst einmal einer der Partner allein, sei es dass er erst allein etwas loswerden oder für sich etwas klären möchte oder dass er den anderen erst überzeugen muss mitzukommen. Knapp 20% aller Beratungen wenden sich an Singles oder an Einzelne, deren Partner die Mitarbeit verweigert.
Dass jemand frühzeitig anruft, sobald erste ernsthafte Krisenzeichen in der Partnerschaft auftreten, um gleich zu verhindern, dass es weiter schief läuft, ist relativ selten. Diese Beratungen werden viel schneller und in fast jedem Fall erfolgreich abgeschlossen.