Manche Kinder sind wirklich zu beneiden. Sie werden von ihren Eltern umsorgt, beschützt und ihren Möglichkeiten nach angemessen gefördert. Die Eltern führen noch dazu eine gute Partnerschaft, sie gehen miteinander durch Höhen und Tiefen und haben sich Ihre Liebe bewahrt. Eine solche Kindheit kann man als glücklich bezeichnen. Andere Kinder haben es zwar weniger gut, trotzdem verläuft ihre Jugend nicht abseits der geregelten Bahnen. Doch wieder andere Menschen denken mit unangenehmen Gefühlen an ihre Anfänge zurück, falls sie sich überhaupt noch daran erinnern können. Bei ihnen wurden, aus welchen Gründen auch immer, nicht einmal die Grundbedürfnisse befriedigt.
Der Grundstein für die Beziehungsfähigkeit eines Menschen wird in der (frühen) Kindheit gelegt. Für die spätere eigene Partnerschaft spielt es eine wesentliche Rolle wie das Kind die Beziehung zwischen sich und den Eltern und die Paarbeziehung der Eltern erlebte. Einzelne Erlebnisse sind hierbei unwesentlich, entscheidend ist die Gesamtsituation. Oft werden Scheidungskinder als unfähige spätere Partner angesehen. Dem muss aber nicht so sein. Eine weitestgehend faire Trennung der Eltern mit der Kontaktmöglichkeit zu beiden Elternteilen und neuen, erfolgreichen Partnerschaften der Eltern ist für ein Kind viel erträglicher als in einer leblosen oder gar feindseligen Beziehung zwischen Mutter und Vater aufzuwachsen.
Die kindliche Prägung kann man sich wie eine Programmierung vorstellen mit der ein Mensch durchs Leben geht. Natürlich nimmt sich Jeder vor, später einiges anders zu machen als die eigenen Eltern oder Bezugspersonen. Das bedeutet aber gegen das innere Programm zu steuern. Auf Dauer kann das sehr anstrengend sein. Vor allem dann, wenn es sich auf zu viele Bereiche erstreckt. Besonders schwierig ist es für Menschen die überhaupt keine, oder unbrauchbare Vorbilder hatten. Sie wirken sehr unbeholfen oder starr in ihrer Beziehungsführung, da sie sich mangels verwertbarer Kenntnisse aus ihrer Kindheit selbst etwas kreieren müssen. Sie haben nur eine Chance auf eine dauerhaft zufriedenstellende Partnerschaft, wenn sie immer wieder an sich arbeiten und zumindest ein Partner genügend innere Stabilität mitbringt.
An dieser Stelle ist das Leben leider nicht fair: wer es als Kind schwer hatte, bei dem setzt sich das im Erwachsenenleben fort und umgekehrt. Der Vorteil dabei ist aber: wer schon früh kämpfen musste, hat oft mehr Durchsetzungsvermögen und dieses kommt ihm in schwierigen Situationen zu Gute.