Alkohol

05.10.2008

Der Dritte im Bunde

Zur Zeit des Oktoberfests flammen alte Diskussionen wieder auf. Wie viel Bier oder Alkohol darf man trinken, ab wann wird es für den Partner und das Umfeld inakzeptabel? Was gilt als gesundheitsschädlich? Wie kann man Jugendliche vor übermäßigem Alkoholkonsum schützen? Manche Politiker missbrauchten dieses Thema sogar für den Wahlkampf.

Auf die Partnerschaft bezogen nimmt der Alkohol eine besondere Rolle ein. Trinkt Einer von Beiden, entsteht eine unüberbrückbare Kluft zwischen ihnen. Am Anfang der Beziehung, oder ab dem schleichenden Beginn des Trinkens fällt das noch nicht so auf. Der trinkende Partner verklärt den Alkohol noch als Genuss, als Entspannung oder als Getränk der Geselligkeit. Der nicht, oder wenig trinkende Gefährte traut sich lange nichts zu sagen. Die Worte „Alkoholiker“, „Alkoholproblem“ oder „Sucht“ auszusprechen kostet einige Überwindung. Die Empörung des Beschuldigten fällt auch meistens heftig aus.

Die Veränderung des Partners während des Trinkens ist vielfältig und für den Anderen nur schwer zu ertragen. Die Angst davor beginnt schon im Vorfeld. Wird er oder sie wieder laut und aggressiv werden, peinliche Dinge tun und am nächsten Tag nichts mehr davon wissen, erst morgens nach hause kommen oder sich einfach nur total zurückziehen?

Am Anfang steht noch der Kampf um den Partner, wie bei einer heftigen Affäre. Auch hier versucht der Alkoholiker sein Trinken zu verheimlichen, mit ähnlichen Lügen. Wie ein Dritter steht der Alkohol zwischen Beiden und verhindert den wirklichen Kontakt. Es stellt sich die Frage in wie weit das Trinken dazu (unbewusst) benutzt wird, und welche Rolle der nicht trinkende Lebensgefährte dabei spielt.

Die Sucht hat ihren Ursprung in der sehr frühen Kindheit des Alkoholikers und wird durch dessen Umfeld begünstigt. Die isolierte Therapie des Süchtigen bewirkt wenig, der (Ehe-)Partner muss einbezogen und seine Beteiligung geklärt werden. Meistens verschont der Alkoholiker durch sein Verhalten den Partner vor dessen eigenen dunklen Seiten.

Eckdaten:

Rückfallquote nach 1 Jahr Abstinenz: 80%
Rückfallquote nach 4 Jahren Langzeittherapie: 50%

Empfohlene tägliche Höchstmenge Alkohol für Frauen: 20 g
Empfohlene tägliche Höchstmenge Alkohol für Männer: 40 g

Alkoholgehalt normales Bier: 30 g /ltr
Alkoholgehalt Starkbier: 60 g /ltr
Alkoholgehalt alkoholfreies Bier: 5 g /ltr
Alkoholgehalt Wein: 100-120 g /ltr