Wodurch sind Sie für Ihren Partner liebenswert?

26.05.2013

Eine Frage, die Viele nicht beantworten können

Es gibt Fragen, mit denen man sich mehr, und solche, mit denen man sich weniger beschäftigt. Zu den häufigsten Fragen aus dem partnerschaftlichen Bereich gehören diejenigen, die sich mit den Fehlern des Partners beschäftigen, gefolgt von denen nach den eigenen Defiziten. Es geht also hauptsächlich darum, wer etwas falsch macht. Wie aber sieht es mit den eigenen, für den Partner wichtigen liebenswerten Eigenschaften aus?

Danach befragt, herrscht zunächst ein längeres Schweigen. Anschließend zählen die Meisten so etwas wie Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein auf und erwähnen ihre Fähigkeiten wie die Familie finanziell gut versorgen zu können, oder ihre handwerklichen und haushaltsrelevanten Talente. Das Ganze hört sich dann eher nach einer beruflichen Bewerbung an als nach einer gefühlsmäßigen Beurteilung des eigenen Liebenswertes für den Partner.

Bedeutet das, dass der Mensch sich nur noch nach seiner nach Außen hin gezeigten Leistung beurteilt, er grundsätzlich unter einem schlechten Selbstwertgefühl leidet, oder er sich schlichtweg nicht in die Gefühlswelt seines Partners einfühlen kann? Wahrscheinlich trifft alles zu. Außerdem kommt noch dazu, dass es verpönt ist, sich mit den eigenen gefühlsmäßigen Stärken auseinanderzusetzen, und nicht zuletzt ist es auch schwer zu ertragen, wie wenig man dem Partner außer den üblichen Leistungen eigentlich zu bieten hat.

Was könnte denn nun an einem Partner(in) liebenswert sein?
Wenn er sich auf den Anderen einstellt, ohne sich dabei selbst zu verlieren.
Wenn er mit seiner angenehmen Art die Partnerschaft bereichert.
Wenn man mit ihm lachen und Spaß haben kann.
Wenn er den Lebensgefährten nach seinen Gefühlen fragt.
Wenn er den Anderen auch gelegentlich fordert.
Wenn er erkennt, wann der Gefährte Zuwendung braucht, und sie ihm dann auch häufig geben kann.
Wenn er seine eigenen Bedürfnisse zwar zeigt, aber nicht erwartet, dass sie jederzeit erfüllt werden müssen.
Wenn er sich selbst also auch einmal zurückzunehmen kann.
Wenn er den Anderen im passenden Maß an seinem Innenleben teilhaben lässt.
Wenn er die Beziehung mitgestaltet ohne sie zu dominieren.
Wenn er unaufgefordert mit anpackt.
Wenn er sich nicht scheut auch unangenehme Themen anzusprechen.

Wahrscheinlich wird sich Jeder in einigen Punkten dieser (Wunsch-)Liste wiederfinden und sie noch beliebig erweitern. Sie sollte zur Anregung dienen und einen dazu animieren an sich selbst zu arbeiten, denn: sobald sich ein Partner verändert, bewirkt das auch immer etwas beim Anderen. Oder mit anderen Worten: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder.“