Wie viel Eigenleben des Partners verträgt eine Beziehung?

12.04.2009

und wie viel davon braucht sie?

Die beginnende Partnerschaft besteht fast nur aus Gemeinsamkeiten, man ist schließlich unzertrennlich. Dabei bleibt für eine gewisse Zeit das Eigenleben zu Gunsten der Verschmelzung auf der Strecke. Im positiven Fall überwiegen die gemeinsamen Interessen und keiner von Beiden muss sich verbiegen. Erst nach dem Wegfallen der rosaroten Brille zeigt sich wie tolerant der Einzelne den eigenen Bedürfnissen seines Partners gegenübersteht.

Das Eigenleben des Partners, das auch manchmal für Abstand zwischen beiden sorgen kann, bereitet einem psychisch stabilen Menschen kaum Schwierigkeiten. Natürlich kommt es darauf an wie dieses Eigene ausgelebt wird. Ein sehr zeitintensives Hobby, das den Lebensgefährten ausschließt, verkraftet auf Dauer keine Beziehung. Jede Partnerschaft braucht regelmäßig Zeit um sich weiter entwickeln zu können.

Genau so wichtig wie die gemeinsam verbrachte Zeit sind aber auch eigene Aktivitäten, die nicht mit dem Partner geteilt werden müssen. Eine Ehe oder Lebensgemeinschaft besteht aus zwei verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Fühlt sich einer von Beiden durch die Individualität des Anderen bedroht, weist das auf eine instabile Persönlichkeitsstruktur des Betreffenden hin. Er versucht dann mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln eigene Aktivitäten seines Partner zu unterbinden. Gelingt ihm das nicht, wendet er sich aus Selbstschutz von ihm ab. Die Ursachen für diese innere Notsituation sind meistens in der frühen Mutter-Kindbeziehung zu finden.

Sind beide Partner psychisch stabil, gesteht jeder dem Anderen im gewissen Rahmen ein Eigenleben zu. Der Umfang dieses Lebens außerhalb der Beziehung sollte je nach Lebensumständen von beiden Seiten immer wieder neu geregelt werden.