Was schenke ich ihr nur?

17.12.2012

Von der Schwierigkeit Geschenke anzunehmen

Die Geschenksaison hat wieder begonnen und damit beginnt für viele Partner, hauptsächlich für Männer, ein regelrechter Stress. Was könnte er ihr schenken, damit sie zufrieden ist und der Haussegen nicht wieder tagelang schief hängt? Frauen beschweren sich nämlich häufig darüber, dass sie von ihren Männern entweder kein, oder nur ein nichtssagendes Geschenk zu Weihnachten oder zu Jahrestagen erhalten.

Schenkt man nur den Frauen Gehör, könnte man meinen die Ehemänner wären gleichgültig, geizig, vergesslich oder völlig unfähig, was das Schenken anbelangt. Von der männlichen Seite klingt das aber ganz anders. Ein Mann zählt eine Reihe von Misserfolgserlebnissen auf, die er bei seinen Geschenken für seine Frau erlebte:

Die Reise, die er ihr zu Weihnachten schenkte, musste er stornieren, weil sie die Kinder nicht bei den Großeltern lassen wollte. Die Konzertkarten, die für sie Beide gedacht waren, überließ er seinem Freund, weil sie davon ausging, dass er die Band mit seiner Ex verband. Die Ohrringe vom letzten Jahr gab er zurück, weil ihr die Farbe des Steins nicht gefiel. Die Dessous waren ihr zu nuttig. Sogar das Buch lag noch original verpackt im Regal. Er wusste sich nicht mehr zu helfen und beschenkte sie mit einem Gutschein für ihre Lieblingsboutique - und dies war ihr dann zu unpersönlich. Was also sollte er tun?

Man könnte diesem Mann praktische Tipps geben, wie z.B. ihre beste Freundin befragen, oder mit ihr beim Schaufensterbummel ein Ratespiel zu veranstalten: Was könnte Dir von der Auslage am Besten gefallen? Seine Frau sollte sich aber die ernsthafte Frage stellen, ob sie überhaupt Geschenke annehmen kann und ob sie ihrem Mann die Gelegenheit geben möchte ihr Wünsche zu erfüllen. Dann nämlich könnte sie ihm dezente Hinweise geben.

Vielleicht spürt sie aber ihre Wünsche selbst nicht, oder hat das Gefühl es nicht wert zu sein beschenkt zu werden. In diesem Zusammenhang zeigen sich manchmal Defizite, die man schon seit der frühen Kindheit mit sich herumträgt. Ein Baby, dessen Bedürfnisse zu wenig befriedigt wurden, nimmt sich, um psychische Schäden zu vermeiden, u.U. so weit zurück, dass es seine Wünsche selbst nicht mehr wahrnimmt. Weibliche Säuglinge beziehen nicht ausreichende Zuwendung noch mehr auf sich als männliche Babys und fühlen sich dann wertlos. Später werden sie von Geschenken eher überfordert.