Unpassende Geschenke für die Ehefrau oder Freundin

11.01.2009

die Enttäuschung ist vorprogrammiert

So mancher Frau steht die Enttäuschung über ihr (Weihnachts-)Geschenk immer noch ins Gesicht geschrieben. Sie kann nicht verstehen warum ihr Mann ihre Wünsche und ihren Geschmack so wenig berücksichtigt. Beim ersten Mal macht sie sich noch nicht so viele Gedanken. Im Wiederholungsfall stellt sie sich dann doch wesentliche Fragen:

Ist sie ihm so egal?

Möchte er sie damit aufrütteln?

Will er sich für irgendetwas rächen?

Kennt er sie so wenig?

Passen sie überhaupt zusammen?

Ist er noch der richtige Partner für sie?

Männer beklagen sich erstaunlich wenig über unpassende Präsente von ihrer Partnerin. Ihnen ist das ganze Theater wegen eines falschen Geschenkes auch ziemlich unverständlich. Frauen fühlen sich durch Geschenke gewertschätzt, Männer weniger. Dieses unterschiedliche Erleben erschwert das Verständnis füreinander ganz erheblich.

Je höher die Erwartungshaltung am Gabentisch, desto größer fällt die Enttäuschung bei Nichterfüllung aus. Gerade wenn die Beziehung in letzter Zeit nicht so rund lief, erhofft sich die Frau den Ausgleich in Form eines passenden Geschenkes. Dabei geht es ihr weniger um den materiellen Wert als viel mehr um den ideellen. Ihr Mann soll sich in sie einfühlen, sich mit ihr gedanklich beschäftigen. Das richtige Geschenk kommt einer Liebeserklärung gleich, das falsche einer Ohrfeige.

Zur Verdeutlichung hier einige Beispiele aus der Eheberatung und Paartherapie:

Ein Ehemann schenkte seiner Frau Aktfotos, die er von sich anfertigen ließ. Er hatte sie falsch verstanden und dachte sie hätte den Wunsch danach. Sie war total enttäuscht, zumal Frauen im Allgemeinen wenig mit männlichen Nacktfotos anfangen können.

In einem anderen Fall erhielt eine Frau von ihrem Freund einen Anhänger für ihr Bettelarmband, den sie schon hatte. Sie war doppelt verärgert: zum einen hätte sie mehrere Anhänger erwartet, zum anderen natürlich nicht den Gleichen noch einmal. Sie fand ihn geizig und gleichgültig.

Ein anderer Mann beschenkte seine Lebensgefährtin mit einer grünen Kette, obwohl sie die Farbe Grün nicht mochte. Ihm war das bekannt. Er nahm an, sie würde bei diesem besonderen Schmuckstück eine Ausnahme machen. Sie fühlte sich und ihren Geschmack nicht ernst genommen.

Das Geschenk der besonderen Art machte ein weiterer Mann seiner Partnerin: eine Rolle Designerklopapier! Die Reaktion seiner Freundin muss ich nicht erwähnen. Er fand sein Geschenk witzig, sie nicht.

Hier ein paar einfache Regeln zum richtigen Schenken: Sich immer genug Zeit für die Auswahl des Geschenkes nehmen. Niemals unter Zeitdruck schnell etwas besorgen. Das Gefühl für den zu Beschenkenden sollte zumindest während des Einkaufs positiv sein, damit keine scheinbar zufälligen Fehler passieren. Lieber mehrere Geschenke machen, damit steigt die Wahrscheinlichkeit ein Passendes dabeizuhaben. Bei Unsicherheit kann man die Partnerin um einen Wunschzettel bitten und etwas davon auswählen. Auch die beste Freundin der Partnerin kann beratend zur Seite stehen.