Mein Kind hat etwas Besseres verdient

29.07.2012

Die Unzufriedenheit mit der Partnerwahl des Kindes

Für die meisten Eltern ist ihr Kind etwas ganz Besonderes. Man wünscht ihm nur das Allerbeste und das in jeder Hinsicht. Deshalb ist das Entsetzen auch umso größer, wenn der Partner des Kindes so überhaupt nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Vielleicht aber auch nur deshalb nicht, weil man das eigene Kind idealisiert und dessen realen Marktwert dadurch überhaupt nicht einschätzen kann. Der Partner könnte also durchaus passend sein.

Jugendliche und junge Erwachsene experimentieren anfangs noch mit möglichen Partnern und dabei entstehen oft die skurrilsten Paarungen. Das sollte man allerdings nicht unbedingt überbewerten oder gar verbieten, denn ansonsten könnte der „jetzt-erst-recht-Effekt“ eintreten und dieser Beziehung nur ein unnötiges Gewicht verleihen. Außerdem ist es ratsam vorsichtig mit negativen Äußerungen über den Partner des Kindes umzugehen, denn vielleicht ist er/sie trotz Allem das zukünftige Schwiegerkind oder gar Vater oder Mutter der Enkel.

Wie kann man aber mit einer für einen selbst unerträglichen Partnerwahl des Kindes umgehen, wenn die Beziehung sich zu vertiefen scheint? Die eigene Toleranzgrenze wird in diesem Fall bis ins Unerträgliche strapaziert. Der Rat von unabhängigen Menschen ist hier gefragt. Freunde und Bekannte, die das Paar kennen und in der Lage sind eine ehrliche Meinung abzugeben, sollten ins Vertrauen gezogen werden. Außerdem kann es hilfreich sein eine professionelle Beratung aufzusuchen.

Vielleicht hat es auch „nur“ etwas mit einem selbst zu tun, warum man den Partner des Kindes ablehnt. Bringt er das eigene Weltbild ins Wanken? Wird man dadurch mit den eigenen unerfüllten Beziehungswünschen konfrontiert? Möchte man das Kind lieber nur für sich behalten? Befürchtet man gar Schaden für das eigene Fleisch und Blut? Gerade bei kulturellen und religiösen Unterschieden oder gleichgeschlechtlichen Beziehungen ist eine Arbeit an den eigenen inneren Werten unerlässlich. Ein Kind bleibt eine lebenslange Herausforderung und der Satz: „Es ist aus dem Gröbsten heraus.“ trifft leider nie zu.