Heimische Tragödien in der Vorweihnachtszeit

07.12.2014

Die Trennungsbereitschaft vor den Feiertagen

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es muss noch Einiges erledigt werden. Dabei handelt es sich nicht etwa nur um das Besorgen von Weihnachtsgeschenken oder die Feiertagsplanung, sondern auch um die Auseinandersetzung mit der eigenen Partnerschaft. Sie plätscherte in der letzten Zeit entweder einfach nur so dahin, oder es bestanden massive Spannungen, die sich auf die eine oder andere Art entluden. Jedenfalls ist die Aussicht darauf in dieser Stimmungslage miteinander die Feiertage zu verbringen und hoffnungsvoll ins Neue Jahr zu gehen nicht sehr verlockend. Aber was tun?

Die Nerven liegen in der Vorweihnachtszeit sowieso schon blank und dann auch noch zusätzlich diese Beziehungsklärung? Hatte man das nicht schon unzählige Male erfolglos versucht? Also lieber doch wieder nur die Zähne zusammenbeißen und durch? Aber dieses Mal fühlt es sich schon weiter fortgeschritten an als sonst. Also die eigene Entschlossenheit nutzen und dem Partner mitteilen, dass man trennungswillig ist, falls sich nicht sofort etwas ändert. Der Andere ist total überrascht, denn bisher hatte die partnerschaftliche Unzufriedenheit sich doch immer nur in bescheidenen Grenzen bewegt. Steckt da etwa eine dritte Person dahinter, oder handelt es sich vielleicht um eine Midlifecrisis? Jedenfalls klingt es diesmal sehr ernst. Bei genauerem Hinsehen ist man eigentlich selbst auch nicht so ganz zufrieden, aber deshalb die ganze Beziehung mit Allem was daran hängt in Frage stellen? Das geht eindeutig zu weit! Trotzdem muss man aktiv werden.

Nach nächtelangen zermürbenden Krisengesprächen oder schweigsamem sich aus dem Weg gehen ergreift schließlich Einer von Beiden die Initiative und macht einen Termin bei der Paartherapie. Als sie in der ersten Stunde gefragt werden, wie lange die Unzufriedenheit in der Beziehung schon existiert, geschieht die erste große Überraschung. Meistens erlebt Einer die Partnerschaft schon seit Jahren schwierig, während dem Anderen erst in den letzten Monaten auffiel, dass etwas nicht rund lief. Häufig sind Männer genügsamer, was die Qualität der Beziehung anbelangt.

Es fällt auch auf, dass Partner sehr wenig voneinander wissen, aber davon ausgehen sich sehr gut zu kennen. Es kommen Enttäuschungen und Vorkommnisse zur Sprache, die man entweder völlig anders interpretierte, oder überhaupt nicht wusste. In nicht wenigen Fällen wird es auch deutlich, dass Einer von Beiden (oder manchmal sogar Beide) unter ernsthaften psychischen Belastungen, oder gar Störungen leidet, die dem Partner als solche überhaupt nicht aufgefallen sind. Er konnte also überhaupt nicht anders reagieren und muss erst therapiert werden. Wäre das schon eher passiert, dann wäre dem Paar und jedem Einzelnen viel Leid erspart geblieben.