Glückliches Kind – guter Partner?

25.11.2012

Welche Rolle spielt die Kindheit für die Partnerschaft?

„Was hat meine Kindheit denn mit meiner Partnerschaft zu tun?“ werde ich oft von Klienten gefragt, oder: „man kann doch nicht lebenslang alles auf die Kindheit schieben.“ Letzteres würde schließlich bedeuten, dass man die eigene Kindheit dafür benutzt, um unangenehme Eigenschaften damit zu rechtfertigen. Diese „Fehler“ würden dann quasi als lebenslang fest zementiert betrachtet. Darum geht es aber eben nicht! Jedem Menschen ist die Fähigkeit mitgegeben an sich zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln. Falls das, aufgrund von unbewussten Abwehrmechanismen nicht von alleine gelingt, kann man sich professionelle Hilfe suchen. Diese sollte dann aber mit der Arbeit am Unbewussten vertraut sein.

Welche Auswirkungen hat denn die Kindheit auf die Partnerschaft? Macht man es zwangsläufig so wie die eigenen Eltern (falls man die überhaupt hatte) oder genau das Gegenteil davon? Das kann verschieden ausfallen, aber bestimmte Grundlagen spielen dabei eine wichtige Rolle: Die Beziehung zum gleichgeschlechtlichen Elternteil ist nicht zu unterschätzen. War er überhaupt vorhanden und konnte er dem Kind die Zuwendung geben, die es brauchte, stärkte er ihm den Rücken und zeigte er ihm auch wie man eine gute Beziehung zum anderen Elternteil führt? Fand auch eine positive Bindung zum gegengeschlechtlichen Elternteil statt? Diese Faktoren bilden die Grundlage für die Beziehungsfähigkeit des Kindes.

Man fragt sich jetzt, wer denn überhaupt in den Genuss dieser idealen Bedingungen kam und was mit den vielen weniger Privilegierten geschieht. Ist ihnen die Möglichkeit eine auch nur annähernd passable Partnerschaft zu führen für immer verwehrt, oder nur mit therapeutischer Hilfe möglich? Meine Antworten darauf lauten: Auch Pflegefamilien oder Großeltern, die an Stelle der leiblichen Eltern treten, leisten oft eine hervorragende Erziehungsarbeit. Alle Anderen, die auch diese Möglichkeit vermissten, werden je bewusster sie sich ihrer Schwachpunkte sind, und je mehr sie sich damit auseinandersetzen, desto besser damit zurechtkommen. Es geht sowohl bei der eigenen Entwicklung als auch in Partnerschaften darum sich den Themen zu stellen und persönlich und gemeinsam daran zu wachsen.